Pflanzenwesen vor deiner Tür – Teil 1

Wenig beachtete Pflanzenwesen vor deiner Tür

Heute möchte ich dir zwei heimische Pflanzenwesen vorstellen, die vor deiner Haustür zu finden sind. Wichtig: Ernte nur das was du zu 100% kennst. Alles andere ist Leichtsinn und kann tödlich enden. Nimm von 10 Pflanzen immer nur eine, der Rest bleibt stehen! Erkläre der Pflanze warum du das tust und danke ihr für die Gaben die sie bereithält für dich.
Viel Spaß beim Sammeln und Ausprobieren wünscht dir Axel Trapp, der Wurzeltrapp.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Löwenzahn Pflanzenwesen vor deiner TürSeine gelben Blüten sehen wie kleine Sonnen aus. Sie schließen sich bei Nacht und schlechtem Wetter. Deshalb wurde er früher Sonnenwirbel genannt. Seine großen, grob gebuchteten Blätter sind nur am Boden und in einer Rosette um den Stängel angeordnet. Wird der verletzt, tritt ein milchiger Saft aus, auf den manche Menschen mit Hautreizungen reagieren.
Essbar sind seine Blätter, Blüten, und Knospen. Roh machen sie sich seine jungen Blätter hervorragend in Salaten. Gekocht oder gebraten in Bauernomelette, Kartoffelsuppe und Spinat sind sie eine Delikatesse. Wurzeln wurden früher getrocknet und geröstet um sie dann als Kaffee zu verwenden.
Wurzeln werden im Frühjahr und Herbst gesammelt, indem man die ganze Rosette aussticht. Blätter können das ganze Jahr gesammelt werden – die jungen schmecken milder. Knospen und Blüten gibt es in meiner Region von April bis Juni.
Der Löwenzahn ist ein wahres Lebenselixier! Er verändert über das Jahr hinweg seine Inhaltstoffe und hält so immer das bereit, was wir Menschen zu dieser Jahreszeit gerade brauchen. Hauptsächlich wirkt er fördernd auf Leber und Galle. Der Löwenzahn wächst überall und so manch einer möchte ihn gerne aus seinem Garten verbannen. In Amerika gibt es dazu ein wunderbare Sprichwort “If you can´t beat ´em, eat ´em“. Und nun zu dem zweiten Pflanzenwesen vor deiner Tür.

Sauer Ampfer (Rumex acetosa)

Sauerampfer Pflanzenwesen vor deiner TürAuf Wiesen, Weiden, Wegen und am Ufer steht der bis zu einem Meter hohe Sauer Ampfer. Seine winzigen Blüten haben unzählige Blütenblätter. In meiner Gegend blüht er von Mai bis August – zuerst in grünen Tönen und zum Schluss in rot. Seine länglichen Blätter sind wechselständig und ganzrandig. Die unteren Blätter haben einen Stiel, die oberen umgeben den kantigen Stängel.
Als Kulturfolger ist der Sauer Ampfer überall dort zu finden, wo auch der Mensch ist. Er kann als Medizin und Nahrung genutzt werden, darf aber wegen seiner Oxalsäure nicht regelmäßig in höheren Dosen eingenommen werden. Nieren- und Rheumakranke sollten besser auf ihn verzichten.
Essbar sind seine Blätter und Blütenstände. Die sammelt man am besten von März bis November und mischt sie unter den Wildsalat Zusammen mit Löwenzahnblättern gebraten und auf Reis angerichtet wird ein Hauptgericht daraus. Und hier mein Feinschmecker Tipp: Ampfer pürieren, mit Zucker und Essig aufkochen – fertig ist eine grüne Sauce zu Fisch.
Der Ampfer ist magenwirksam, blutreinigend, hautwirksam und entwässernd. Seine Blätter stillen den Durst und senken Fieber. Eine wunderbare Erste Hilfe Medizin bei Insektenstichen und Brennnessel Bekanntschaften ist ein Breiumschlag aus den oberirdischen Teilen des Ampfer. So ein Umschlag hilft aber auch bei Hautleiden und Wundinfektionen. Am besten sammelt man die Pflanze vor der Blüte, denn da hat sie die meiste Heilkraft.
Übrigens, Oma nutzte den Pflanzensaft als Fleckenmittel (Tinte) und als Poliermittel für angelaufenes Silber.

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